Clickbait. Ätsch.

Ich hab heute ziemlich gute Laune. Ich hab viel geschafft, es ist schön draußen und ich kann schön drinnen rumhängen.

-Ah fuck, ich muss das Getier noch in’s Bett bringen, bin in fünf Minuten wieder da-

So, jetzt. Das Getier ist mit ein Grund, weshalb mein Tag so gut war. Wer Probleme mit Meditation/Achtsamkeits-Übungen hat, dem kann ich wärmstens zwei Küken empfehlen, die sich an einen schmiegen, etwas nibbeln und dabei leise vor sich hin zwitschern. Also sehr entspannender Abend nach einem sehr produktiven Tag.

Und trotzdem möchte ich über schlechte Laune reden. Vielleicht inspiriert von der Achtsamkeits-Übung. Da soll man ja oft Empfindungen spüren, ohne zu bewerten. Also wenn etwas weh tut, ist da erst mal nur was Schmerzendes, aber nichts Negatives. Eine gute Übung finde ich.

Aber wisst ihr, was noch eine gute Übung ist? Sich vornehmen, schlechte Laune zu haben.

Ich hab mal einen Schlechte-Laune-Tag gemacht. Geplant, freiwillig, bewusst. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich mir das am Tag vorher überlegt habe oder am gleichen Tag morgens. Ich GLAUBE, vorher, weil ich nämlich auch zeitnah einen Gute-Laune-Tag gemacht hatte. Die Regeln waren denkbar einfach: Den ganzen Tag alles scheiße (bzw am Tag vorher gut) finden.

Und es war schön. Ich erinner mich, dass mir das sehr leicht fiel, weil auch irgendwie viel Doofes passierte; die Arbeit war nervig, mir gelangen Sachen nicht, Leute waren blöd. Alles lief wie am Schnürchen Scheiße. Und ich war murrig. Und gleichzeitig aber irgendwie auch total zufrieden.

Das lehrt mich und uns zwei Dinge:

1. Meine Stichprobe ist klein (ein Tag), aber ich bin mir relativ sicher, dass Self-Fulfilling Prophecy n großes Ding ist in unserem Alltag. Keine Chance, dass mir zufällig an dem Tag dauernd alles misslang, einfach, weil das Universum es schlecht mit mir meinte. Ich hab mit meiner Erwartung den Quatsch angezogen. Und halt auch Negatives reininterpretiert, in Dinge, über die ich sonst lachen würde

2. Akzeptanz ist ein geiles Tool. Ich hab den ganzen Tag gegrummelt und habe mich trotzdem überhaupt nicht scheiße gefühlt. Dadurch, dass ich das erwartet und damit die Tatsache angenommen habe, hab ich das sogar irgendwie genossen. ich hatte mal einen Tag, wo nix geil sein MUSS, nix MUSS gut laufen, es kann einfach mal alles doof sein. Das war toll. Und ich war am Abend nicht frustriert oder traurig, sondern ich war entspannt.

Und ich wusste dann: Heute war ein Scheißtag und dann kann’s ja morgen nur besser werden. Wurde’s bestimmt auch, ich erinner mich nicht mehr.

Ich kann echt jedem:r nur empfehlen sich morgens mal bewusst vorzunehmen, dass das ‘n Kacktag wird. Es war toll! (Und zum Thema Akzeptanz und Panikattacken muss ich ja nicht viel sagen — mein ganzer Blog handelt ja quasi vom akzeptieren.)

*Die passende musikalische Untermalung zur Überschrift findest du, wenn du hier klickst

Von Tiffi

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