“Wenn ich in 30 Jahren noch genau da stehe, wo ich heute bin, dann bin ich die glücklichste Person der Welt”.

Das sag und denk ich oft. Aber wenn ich das sage, gerade zu Menschen, die mich nicht seit 100 Jahren kennen, hat das schnell eine Aussage, die ich gar nicht machen will: Es wirkt, als würde ich mich nicht mehr weiterentwickeln wollen.

Kompletter Stillstand ist glaube ich das Schlimmste, was sich die meisten vorstellen können. Manche wollen keinen Stillstand in der Karriere, die wollen weiter kommen, andere wollen im Alltag keinen Stillstand, sondern immer was Neues zu erleben, wieder andere beziehen das eher auf eine mentale Entwicklung und empfinden geistigen Stillstand als den Anfang vom Altsein aka einrosten.

Dem letzten Teil stimme ich zu.

Also für mich persönlich. Es muss sich nicht jede:r andere dauernd entwickeln und auch nicht bis zum Lebensende. Ich möchte das nur für mich.

Aber halt anders als man meint. Ich will nicht größer werden oder mehr werden oder weiter kommen, als ich jetzt bin. Ich hab kein höheres Ziel mehr. Ich bin komplett angekommen. Und das macht alles so stressfrei glaube ich.

Ich glaube, für gewöhnlich will man sich nach oben entwickeln – und ich will mich lieber zur Seite entwickeln. Wenn mich was interessiert, will ich es machen. Aber nicht, weil ich damit irgendwie besser oder klüger oder gebildeter werden will, sondern einfach, weil es mich interessiert. Jetzt gerade. Und wenn ich damit was machen kann – geil. Aber ich hab in meinem leben auch schon genug große Pläne und Ideen gehabt, um zu wissen, dass ich die eh nach kurzer Zeit wieder aufgebe, weil ich dann wieder was anderes Spannendes gefunden habe, das das nächste große Ding wird.

Nicht mein Punkt.

Mein Punkt ist: Stresst euch nicht mit dem hochleveln. Vielleicht seid ihr schon da wo es maximalglücklich ist (aber nur, wenn ihr glücklich seid – wenn nicht, dann ist da noch Luft nach oben). Und ihr merkt das nur nicht, weil ihr noch höher wollt. Oder weil ihr meint, ihr müsst auf das gleiche Level kommen, wie die “Normalen”. Die normalen Menschen können und machen viel mehr als ich. Die haben ein gefühlt erfolgreicheres Leben, weil sie aus ihren Anlagen und Möglichkeiten was machen, oft das Maximalmögliche. Man gibt Paniker:innen manchmal das Gefühl, dass wir hinter unseren Möglichkeiten zurück bleiben. Was wir alles machen/werden könnten, wenn wir diese Panik überwinden würden! Aber wir bleiben gar nicht (unbedingt) zurück. Ich zumindest nicht. Ich hab alles, was ich brauche und ich will gar nicht weiter sein. Ich will auch nicht weiter kommen.

Stattdessen lernt mal was Sinnloses. Lernt, wie man eine Eule ausstopft. Aus der Luft gegriffenes Beispiel.

Von Tiffi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.