Ich hab die Tage in einer Facebook-Gruppe von einer Person gelesen, die Angst vor Sport hat.

Erster Impuls ist ein Gag. Haha, ja, Angst vor Sport hab ich auch. Darum mach ich keinen. Höhö.

Zweiter Impuls ist: Hä, wie, Angst vor Sport? Vor Verletzungen oder was? Einfach vor Bewegung? Man bewegt sich doch dauernd!

Ich hab da drüber nachgedacht nachdem ich das gelesen habe, weil ich so ein bisschen Impuls zwei hatte. Aber nur ein bisschen, weil dann ist mir eingefallen: Grob hab ich das auch. Ich mag auch beim Joggen oder auch einfach beim Spazieren gehen lieber mehrere kleine Runden als eine große Runde, aus Angst, dass ich zwischendurch irgendwas kriege und dann zu weit von zu Hause weg bin.

Für mich ist das kein Problem. Ich kann eh keine 10 km joggen und wenn ich mit dem Hund gehe, schlagen wir uns eh am liebsten hier in die Felder, wo wir uns auskennen. Aber ich stell mir das schon kacke vor, wenn man sich nicht Bewegen kann aus Angst, den Körper zu überfordern. Das ist ja n bescheuerter Kreislauf, denn je weniger man den Körper beschäftigt, desto weniger Beschäftigung kann er aushalten.

Außerdem, einer von vielen, vielen VIELEN Tipps bei einer Attacke ist, richtig schnell auf der Stelle zu laufen. Es wird gesagt, dass dann die Botenstoffe schneller verbraucht werden, die auch die Panik braucht. Und dann hat man schnell keine Puste für beides mehr.

Kurz und bündig, nachdem der letzte Eintrag schon so lang und deep war:

Wer Bock hat auf Sport, soll den machen und wer keinen Bock hat — gibt auch genug sportliche Menschen, die aber sonst Scheiße mit ihrem Körper machen. Ich weiß, Sport kann dem Körper und dem Geist helfen. Aber mich nervt immer ein bisschen dieses Glorifizieren von Sport. Nicht nur im Mental health Kontext, aber halt auch besonders da. Manche Leute haben einfach keine besondere Freude an extra Bewegung (oder auch nicht an extra-Wenigbewegung, weil ich Yoga oder Meditation auch mal im weitesten Sinne unter Sport zusammenfasse). Das ist voll ok.

Wenn ich laufen war, würde mein Kalorienverbrauch mit einer Ritter Sport Mini pulverisiert. Und ich hatte ‘n Runners High vielleicht mal, wenn ich im dunklen laufen war und gute Musik hatte. Ich halte das aber eher für ein Musics- and Surroundings High. Ich hab nie wirklich Spaß am Joggen. Ich mach das, weil sich das für den Stoffwechsel irgendwie sinnvoll anfühlt (bewusst “anfühlt”) und auch nicht so regelmäßig, wie ich es in der Theorie gern hätte. Aber ich würde nie sagen: “Das hilft mir bei meiner Krankheit”. Ich kann da, wie immer, nur persönlich von mir reden, aber ich bin immer grummelig, wenn ich Sport mache. Nur hinterher dann froh, dass es vorbei ist. Wie halt so oft Faulheit mein Antrieb ist, alles möglich zeitnah zu erledigen.

Dann muss ich danach nix mehr machen. Und das ist das Beste!

Von Tiffi

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